Nutzen Sie die Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Forschungsprogrammen für Ihre Kampagne. Studien und Forschungsprojekte aus Umweltnaturwissenschaften, Verhaltenspsychologie und Soziologie untersuchen verschiedene Aspekte, welche im Zusammenhang mit dem «Littering» von Interesse sind.
| Kernaussage |
Kommentar |
Quellen |
| Littering in der Schweiz stellt ein Problem dar. |
Über 60% der Gemeinden nehmen Littering allgemein als Problem wahr. 22% sehen darin kein Problem. Von der Abnahme der Sauberkeit betroffen sind Strassen, Parkanlagen, öffentliche Plätze sowie Grossanlässe. |
BUWAL-Studie, Ökozentrum Bern |
| 30% des im öffentlichen Raum anfallenden Abfalls werden gelittert, 70% werden korrekt in bereitstehenden Kübel entsorgt. |
Die grössten Verschmutzungsanteile (51,5%) stammen von Einwegverpackungen und Getränkegebinden aus der "fliegenden Verpflegung" (Getränkeverpackungen und Takeaway), Produkte), knapp 24% stellen Zeitungen und gedruckte Werbung dar. |
Basler-Studie, Universität Basel (Programm MGU) |
| Die "Sackgebühr" ist nicht der Grund für die zunehmende Verunreinigung im öffentlichen Raum. |
Sowohl Gemeinden mit wie auch ohne Sackgebühr erachten die Verunreinigung vom öffentlichen Raum als Problem. Vielmehr tragen geänderte Konsumgewohnheiten, "fliegende" Verpflegung und ein generell nachlässigerer Umgang mit öffentlichem Eigentum dazu bei, dass das Littering überhand zu nehmen beginnt. |
BUWAL-Studie, Ökozentrum Bern |
| Gemeinden können die Menschen zu einem nachhaltigen Handeln bewegen, indem sie vielfältige Instrumente innovativ kombinieren. |
Hierzu wird eine Instrumente-Typologie vorgestellt, welche sowohl die klassischen umweltpolitischen Instrumente (Gebote/Verbote, marktwirtschaftliche Instrumente, z.T. Infrastrukturinstrumente), daneben aber auch "neue" Instrumente (Vereinbarungen, Kommunikations- und Diffusionsinstrumente) beinhaltet. |
IP Strategien und Instrumente, IKAÖ |
| Viele Menschen zu freiwilligem Handeln zu bewegen ist nötig, möglich und effektvoll. |
Mit bestimmten Kommunikations- und Diffusionsinstrumenten lässt sich eine grosse Zahl von Personen für Nachhaltigkeitsaktionen mobilisieren. Durch derartige, auf Freiwilligkeit aufbauende Aktionen sich lassen markante Effekte in Umwelt und Gesellschaft erzielen. |
IP Strategien und Instrumente, Teilprojekt "Umweltpsychologische Aktionen" |
| Abfall zieht Abfall an. |
Sobald an einem Ort Abfälle liegen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass weiterer Abfall folgt. |
Oklahoma-Studie, |
| Verunreinigungen durch so genanntes Littering treten trotz genügender Kübelkapazität und Entsorgungsmöglichkeiten auf. |
Ein Beispiel ist das Rheinbord in Basel. Trotz der höchsten Dichte an Mülleimern wurden hier 69% des Abfalls gelittert. Gleichzeitig blieben 96 % der Abfallkübel halbleer oder gar ganz unbenutzt. Die Auswirkungen von Kübelposition, -anzahl sowie -gestalt auf das Littering-Verhalten bleibt weiter zu untersuchen. |
Basler-Studie, Universität Basel (Programm MGU) |
| Soziale Kontrolle wirkt dem Littering entgegen. |
Je grösser die soziale Kontrolle ist, desto mehr schreckt die Angst, in Verlegenheit gebracht zu werden, vor dem achtlosen Wegwerfen von Gegenständen ab. |
Oklahoma-Studie, Curnow-Studie |
| Littering wird von Männern und Frauen gleichermassen begangen. |
Raucher und Nichtraucher verhalten sich bei der Abfallentsorgung gleich, abgesehen von den Zigarettenstummeln. Bei den Unter-25-Jährigen wird mehr in der Gruppe gelittert, bei den Älteren mehr, wenn sie allein unterwegs sind. |
Curnow-Studie |
| Aufräumaktionen haben positive Wirkung. |
Regelmässige Reinigungen sind wirksamer als unregelmässige, grosse Müllsammelaktionen. |
Studie Kalifornien, Studie Robert L. Burgess |
| Hinweisschilder/ Plakate verringern das Littering. |
Die Wirksamkeit der Schilder nimmt im Zeitverlauf ab. Sujet-Änderungen wirken als "Refrecher" resp. "Reminder". |
Studie Kalifornien |
| Zigaretten sind das Hauptproblem des Littering. |
Zigarettenkippen sind mit 58.3% die am meisten gelitterten Gegenstände. An zweiter Stelle folgen Kunststoffe (11.6%), organische Abfälle (9.8%), Papier und Pappe (8.8 %), Glas (7.3%), Verpackungen (5.8%) und Metall (3.9%). |
ARA-Studie |
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